Es tut sich etwas in den Naturschutzgebieten an der Pielach, die in das Europaschutzgebiet Niederösterreichische Alpenvorlandflüsse (nach FFH-Richtlinie, AT1219000) beziehungsweise Pielachtal (nach der Vogelschutzrichtlinie, AT1219V00), eingebettet sind.
Mit ihren dynamischen Wildflussstrecken, in denen sich der Fluss frei entwickeln kann, den ausgedehnten Schotterbänken, den Prall- und Gleitufern und den begleitenden Auenlebensraum (Auwald, Auwiesen) stellt die Pielach einen großen Schatz dar, der in dieser Form österreichweit kaum noch zu finden ist. Insbesondere der Pielach-Unterlauf bietet einen weitgehend intakten und vielfältigen Lebensraum für europaweit geschützte Tierarten, wie etwa die Würfelnatter, den Flussuferläufer, Huchen oder die Bachmuschel sowie zahlreiche weitere seltenen Amphibien-, Libellen,- Fisch- und Vogelarten.
Um den Erhalt dieser Schutzgüter zu verbessern und deren Bestand zu sichern, wurden in den letzten Jahren in dem vom Land NÖ und der Europäischen Union im Rahmen der Ländlichen Entwicklung geförderten Projekt „Schutzgebietsbetreuung an der Pielach“ wichtige Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Dies umfasste einerseits waldverbessernde Maßnahmen – insbesondere durch Neophytenbekämpfung – und andererseits das Grünlandmanagement durch Rinderbeweidung.
Zusätzlich gab es zahlreiche Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung und Wissensvermittlung, denn nur was man kennt, das kann man auch schützen. Es wurden Exkursionen durchgeführt, Informationstafeln errichtet und über ein Leaderprojekt ein Besuchertreffpunkt als Aussichtsplattform im Naturschutzgebiet Pielach-Ofenloch-Neubacher Au erbaut.
Gemeinsam mit der Abteilung Naturschutz beim Amt der NÖ Landesregierung arbeitet die Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ im Rahmen der Schutzgebietsbetreuung NÖ an der Betreuung der Europaschutzgebiete, Naturschutzgebiete und flächigen Naturdenkmäler in Niederösterreich. Jetzt wird ein weiteres Projekt der Schutzgebietsbetreuung NÖ gestartet. Es trägt den Titel „Managementplan 2030 für die Naturschutzgebiete an der Pielach“ und fokussiert auf die drei Naturschutzgebiete an der Pielach: Pielach-Mühlau, Pielach-Ofenloch-Neubacher Au und Pielachmündung-Steinwand.
Dabei wird beabsichtigt, ein flächenscharfes Managementkonzept für die drei Naturschutzgebiete Pielachmündung-Steinwand, Pielach-Ofenloch-Neubacher Au und Pielach-Mühlau als Fachgrundlage und Leitfaden für das Gebietsmanagement der Wald- und Offenlandflächen bis 2030 zum Schutz der wertgebenden Biotop- und FFH Lebensraumtypen mit den damit assoziierten Arten, zu erstellen.
Es werden dazu im Laufe des nächsten Jahres Erhebungen und Kartierungen in den Naturschutzgebieten durchgeführt. Herr DI Harald Rötzer, AVL-ARGE Vegetationsökologie und Landschaftsplanung GmbH, Technisches Büro für Landschaftsökologie ist damit beauftragt und wird in nächster Zeit des Öfteren in den Schutzgebieten anzutreffen sein.
Pressebericht der ENU NÖ!
Exkursionsfoto an der Pielach © Marktgemeinde Loosdorf