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Hafnerbacher Sage: Der Blunzengraben

In Wimpassing, oberhalb der Ortskapelle an Stelle der heutigen Häuser Berghofplatz 2 und 3, stand in alter Zeit ein stolzes Schloss.

Da begab es sich, dass der Besitzer am Fuchsbergfeld Rüben pflanzen ließ. Und wie’s schon so ist, eine Rübe übertraf ihre Schwestern bald an Größe und sie wuchs und wuchs. Als im Herbst die Zeit der Ernte kam, mussten Zimmerleute diese Rübe zersägen und zerlegen. Von den Teilen wurden zwölf Wagen voll.

Der Schweinehirt wurde beauftragt, mit dieser Rübe ein Schwein dick und fett zu füttern. Doch es wurde im­mer größer und in keinem Stall war noch Platz genug. So musste man die Sau in den Stadel sperren, bis die Rü­be aufgefressen war. Alsdann wurde das Schwein ge­schlachtet – das gab einen Sautanz!

Dann ging man daran, Blutwürste zu bereiten – es wur­den Riesenblunzen. Man hatte aber keinen so großen Ofen, um diese Blunzen zu sieden. So lud man sie zunächst auf sechs große Leiterwagen und fuhr sie gegen Rannersdorf zu. Doch oberhalb des Türkenkreuzes ge­schah das Unglück: Durch einen Bienenschwarm wur­den die Rosse scheu, die Wagen kippten um und die Blunzer sprangen auf. Da gab es einen gewaltigen Blunzenbach. Er rann beim Türkenkreuz die steile Weinbergleiten hinunter zur Eibelsauer Wehr und riss mit Getöse einen tiefen Graben. Der Graben heißt seit dieser Zeit Blunzengraben.